Glossar der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Rund um Implantate, Weisheitszähne und kieferchirurgische Eingriffe begegnen Ihnen viele Fachbegriffe. Hier erklären wir die wichtigsten kurz und verständlich. Ausführliche Informationen finden Sie jeweils auf den verlinkten Seiten unseres Behandlungsspektrums; für Ihre Fragen nehmen wir uns im persönlichen Beratungsgespräch Zeit.

A

Abutment (Aufbauteil)

Verbindungsstück, das auf das Zahnimplantat geschraubt wird und den späteren Zahnersatz trägt. Es verbindet den im Knochen verankerten Teil mit der sichtbaren Krone. Wir arbeiten bewusst mit wenigen, etablierten Systemen, damit Aufbauteile auch nach vielen Jahren verfügbar bleiben.

All-on-X (All-on-4)

Versorgungskonzept, bei dem ein ganzer Kiefer auf wenigen, teils schräg gesetzten Implantaten versorgt wird, um einen Knochenaufbau zu vermeiden. Die Kaukräfte verteilen sich dabei auf weniger Implantate, weshalb das Konzept nicht für jeden Patienten sinnvoll ist.

Ambulante Narkose

Vollnarkose, nach der Sie am selben Tag wieder nach Hause gehen. Voraussetzung sind ein guter Allgemeinzustand und ein Vorgespräch bei unseren anästhesiologischen Kollegen. In unserer Praxis steht dafür ein eigener OP-Raum mit Aufwachraum zur Verfügung; alles Weitere finden Sie unter Behandlung in Narkose.

Anamnesebogen

Fragebogen zu Krankengeschichte, Medikamenten und Allergien, der vor der Behandlung ausgefüllt wird. Er ist die Grundlage für die sichere Planung jedes Eingriffs und lässt sich bei uns schon vor dem Termin online ausfüllen.

Angstpatient (Zahnarztangst, Dentalphobie)

Patientinnen und Patienten mit ausgeprägter Behandlungsangst. Für sie kommen Eingriffe in Sedierung oder Vollnarkose infrage; die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten nur bei fachärztlich attestierter Angststörung.

Anlagerungsosteoplastik

Knochenaufbau, bei dem Knochen oder Knochenersatzmaterial von außen auf den Kieferkamm aufgelagert wird, um ihn zu verbreitern oder zu erhöhen. Dieses und weitere Verfahren zum Kieferaufbau führen wir mehrere hundert Mal pro Jahr durch.

Aphthen

Schmerzhafte, meist weißlich belegte Defekte der Mundschleimhaut. Sie heilen in der Regel von selbst ab; bestehen sie länger als zwei Wochen, sollte die Veränderung fachärztlich abgeklärt werden.

Atherom (Grützbeutel)

Gutartige, von einer Talgdrüse ausgehende Zyste unter der Haut. Sie wird bei Beschwerden oder aus ästhetischen Gründen vollständig entfernt – im Gesicht mit besonderem Augenmerk auf eine unauffällige Narbe.

Aufbissschiene (Knirscherschiene)

Individuell gefertigte Kunststoffschiene, die nachts getragen wird und die Zähne vor Abrieb schützt. Sie ist die Basistherapie bei Bruxismus und wird von Ihrer Zahnarztpraxis angefertigt.

Augmentation

Oberbegriff für alle Verfahren, die verlorenen Kieferknochen wieder aufbauen. Sie schafft die Voraussetzung für eine stabile Implantatversorgung. Welches Verfahren infrage kommt, klären wir anhand Ihrer individuellen Knochensituation.

B

Basaliom (Basalzellkarzinom)

Häufigster Hautkrebs, der bevorzugt im Gesicht auftritt. Er wächst örtlich zerstörend, bildet aber fast nie Tochtergeschwülste. Die Entfernung erfolgt bei uns ambulant in Zusammenarbeit mit Ihrem Hautarzt – mehr dazu unter Hauttumore.

Beckenkammtransplantat

Entnahme von körpereigenem Knochen aus dem Beckenkamm für sehr große Kieferaufbauten. Dank moderner Aufbautechniken ist sie nur noch selten erforderlich; meist genügt Knochen aus dem Kieferbereich selbst.

Biopsie (Gewebeprobe)

Entnahme einer kleinen Gewebeprobe zur feingeweblichen Untersuchung. Sie sichert die Diagnose bei unklaren Veränderungen der Mundschleimhaut oder der Gesichtshaut und ist Grundlage jeder weiteren Therapieentscheidung.

Blepharoplastik (Lidplastik, Lidstraffung)

Operative Korrektur von überschüssiger Haut am Ober- oder Unterlid. Bei eingeschränktem Gesichtsfeld kann der Eingriff medizinisch begründet sein. Er gehört zu unseren plastischen Eingriffen.

Bohrschablone

Führungsschiene, die während der Operation auf Zähne oder Kiefer gesetzt wird und die Instrumente exakt führt. Wir fertigen sie im praxiseigenen 3D-Drucker auf Basis der virtuellen Operationsplanung.

Botulinumtoxin (Botox®)

Wirkstoff, der die Signalübertragung vom Nerv zum Muskel hemmt und den behandelten Muskel dadurch abschwächt. Wir setzen ihn zur Behandlung des Zähneknirschens sowie bei mimischen Falten ein; die Wirkung hält etwa zwölf Wochen an.

Bruxismus (Zähneknirschen, Zähnepressen)

Unbewusstes Pressen oder Reiben der Zähne, meist nachts. Typisch sind Zahnabrieb, verspannte Kaumuskeln, Schläfenkopfschmerzen und empfindliche Zähne. Reichen Schiene und Physiotherapie nicht aus, kann die Injektion von Botulinumtoxin die Beschwerden deutlich lindern.

C

CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion)

Sammelbegriff für Funktionsstörungen von Kiefergelenk und Kaumuskulatur. Zu den Beschwerden zählen Schmerzen, Gelenkgeräusche und eine eingeschränkte Mundöffnung. Steht die Kaumuskulatur im Vordergrund, behandeln wir in enger Abstimmung mit Ihrem Zahnarzt.

Computertomographie (CT)

Röntgenschnittbildverfahren mit dreidimensionaler Darstellung. In der Kieferchirurgie wird meist die strahlenärmere Digitale Volumentomographie bevorzugt, die Knochen und Zähne zudem artefaktärmer abbildet.

D

Dämmerschlaf (Sedierung)

Medikamentöse Beruhigung, bei der der Eingriff verschlafen wird, die Schutzreflexe aber erhalten bleiben. Sie liegt zwischen örtlicher Betäubung und Vollnarkose; welches Verfahren für Sie geeignet ist, klären wir gemeinsam mit unseren Anästhesisten.

DICOM

Standarddatenformat für medizinische Bilddaten. DVT-Aufnahmen geben wir in diesem Format samt Auswertungsbericht an die zuweisende Praxis zurück.

Digitale Abformung

Erfassung der Mundsituation mit einer kleinen Kamera statt mit Abdruckmasse. Sie ist schnell, schmerzfrei und löst keinen Würgereiz aus. Beim Intraoralscan können wir sogar direkt während der Implantation eine Abformung für Ihre Zahnarztpraxis nehmen.

Dolor post (Alveolitis sicca)

Schmerzhafte Wundheilungsstörung, die einige Tage nach einer Zahnentfernung auftreten kann. Sie ist gut behandelbar; wie Sie das Risiko senken, steht in unseren Hinweisen zum Verhalten nach der OP.

DVT (Digitale Volumentomographie)

Dreidimensionales Röntgenverfahren mit deutlich geringerer Strahlenbelastung als eine Computertomographie. Es stellt Nervverläufe, Zahnwurzeln, Kieferknochen und Kieferhöhlen exakt dar. Wir nutzen ein Gerät der neuesten Generation; alle Details zur DVT-Diagnostik und ihren Kosten finden Sie hier.

E

Eckzahnfreilegung

Chirurgisches Freilegen eines im Kiefer verlagerten Eckzahns, damit der Kieferorthopäde ihn einordnen kann. Meist wird dabei ein Bracket auf die Zahnkrone geklebt – mehr dazu unter Zahnfreilegungen.

Eigenblutkonzentrat

Aus Ihrem eigenen Blut gewonnenes Konzentrat mit Wachstumsfaktoren. Da es körpereigen ist, sind Unverträglichkeiten praktisch ausgeschlossen. Wie wir PRF und PRP einsetzen und was sie kosten, lesen Sie hier.

Einzelzahnimplantat

Ersatz eines einzelnen fehlenden Zahnes durch ein Implantat mit Krone. Gesunde Nachbarzähne müssen dafür nicht beschliffen werden, wie es bei einer Brücke nötig wäre.

F

Festzuschuss

Fester Betrag, den die gesetzliche Krankenkasse zum Zahnersatz beisteuert. Das Implantat selbst wird dabei in aller Regel nicht bezuschusst – einen Überblick geben wir Ihnen unter Behandlungskosten und Finanzierung.

Frenektomie (Bändchenentfernung)

Kleiner Eingriff zur Durchtrennung eines störenden Lippen- oder Wangenbändchens. Er erfolgt in örtlicher Betäubung, dauert nur wenige Minuten und zählt zu den weiteren Eingriffen unseres Spektrums.

G

GBR (Gesteuerte Knochenregeneration)

Verfahren, bei dem Knochenersatzmaterial mit einer Membran abgedeckt wird. Die Membran hält schneller wachsendes Weichgewebe vom Knochendefekt fern und ist fester Bestandteil vieler Kieferaufbauten.

Geführte Implantologie (schablonengeführt)

Implantation über eine individuell gefertigte Bohrschablone. Die Instrumente werden durch die Schablone geführt, ein Abweichen von der digitalen Planung ist damit nicht möglich. Wir setzen das Verfahren bei komplexen Fällen und hohen Präzisionsanforderungen ein.

Gesichtsschädelfraktur

Knochenbruch im Bereich von Jochbein, Kiefer oder Augenhöhle, meist unfallbedingt. Die Versorgung erfolgt durch Osteosynthese mit Platten und Schrauben und gehört zur Traumatologie unseres Fachgebiets.

GOZ / GOÄ

Gebührenordnungen für Zahnärzte und Ärzte. Sie schreiben vor, dass jede Behandlung individuell berechnet wird – Pauschal- oder Festpreise sind nicht zulässig. Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie deshalb immer einen ausführlichen Heil- und Kostenplan.

H

Haftcreme

Hilfsmittel für schlecht sitzende Prothesen. Als Dauerlösung ungeeignet, da sie Entzündungen und weiteren Knochenabbau begünstigen kann. Zuverlässiger ist es, die Prothese mit wenigen Implantaten fest zu verankern.

Hauttumor

Gut- oder bösartige Neubildung der Haut, im Gesicht besonders häufig. Nach der Entfernung steht die plastische Rekonstruktion im Vordergrund. Seit über 30 Jahren entfernen wir Hauttumore im Gesicht in enger Zusammenarbeit mit Hautärzten.

Heil- und Kostenplan

Schriftliche Aufstellung der geplanten Leistungen und Kosten vor Behandlungsbeginn. Sie reichen ihn bei Ihrer Krankenversicherung oder Zusatzversicherung ein; auf Wunsch bieten wir zusätzlich Finanzierungsmöglichkeiten an.

Histologie

Feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe unter dem Mikroskop. Sie sichert die Diagnose und bestätigt, ob ein Tumor vollständig entfernt wurde – bei Hauttumoren manchmal Grund, die Rekonstruktion in eine zweite Sitzung zu legen.

Hyaluronsäure

Körperähnlicher Füllstoff zum Ausgleich von Volumenverlust im Gesicht. Der Effekt ist sofort sichtbar und baut sich über Monate wieder ab. Wir beraten Sie dazu im Rahmen unserer plastisch-ästhetischen Eingriffe.

I

IGeL-Leistung

Individuelle Gesundheitsleistung, die nicht im Katalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten ist und selbst getragen wird. Ambulante Narkosen und die DVT-Diagnostik fallen in der Regel darunter.

Implantatsystem

Herstellerbezogenes System aus Implantat, Aufbauteilen und Instrumenten. Wir konzentrieren uns bewusst auf wenige, wissenschaftlich gut dokumentierte Systeme – das sichert chirurgische Routine und die langfristige Verfügbarkeit von Ersatzteilen.

Intraoralscanner

Kleine Kamera, die den Kiefer berührungsfrei erfasst und daraus in wenigen Minuten ein 3D-Modell erzeugt. Er ist Grundlage für Schablonen, Provisorien und die Implantatplanung – alles zum Ablauf des Scans finden Sie hier.

Intubationsnarkose

Form der Vollnarkose, bei der die Atemwege über einen Tubus gesichert werden. Sie wird bei Eingriffen im Mund- und Kieferbereich bevorzugt eingesetzt; unser OP-Raum ist dafür vollständig ausgestattet.

K

Kaumuskulatur

Muskelgruppe, die den Unterkiefer bewegt, vor allem Musculus masseter und Musculus temporalis. Bei Bruxismus ist sie überaktiv, verdickt und druckschmerzhaft.

Keramikimplantat

Implantat aus Zirkoniumdioxid statt Titan. Es wird häufig als „metallfrei“ beworben, basiert chemisch aber ebenfalls auf einem Metall. Wann Keramik sinnvoll ist, besprechen wir im Rahmen der Implantatberatung.

Kieferaufbau

Wiederherstellung von verlorenem Kieferknochen vor oder während einer Implantation. Möglich mit Knochenersatzmaterial, körpereigenem Knochen oder einer Kombination. In nahezu allen Fällen lässt sich verlorene Knochensubstanz wieder aufbauen – alle Verfahren im Überblick.

Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis)

Entzündung der Kieferhöhle, die von Zähnen oder Wurzelbehandlungen ausgehen kann. Die Abklärung erfolgt meist per DVT; zur Behandlung von Kieferhöhlenerkrankungen sind wir der richtige Ansprechpartner.

Kieferorthopädische Miniimplantate (Minipins, TADs)

Kleine Titanschrauben, die als zeitweilige Verankerung für Zahnbewegungen dienen. Wir setzen sie in Absprache mit Ihrem Kieferorthopäden, besonders exakt nach Planung mit einer 3D-gedruckten Schablone. Näheres unter weitere Eingriffe.

Kieferzyste

Mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum im Kieferknochen, häufig von erkrankten Zahnwurzeln ausgehend. Sie wird operativ entfernt, um Knochen und Nachbarzähne zu schützen – siehe Entfernung von Kieferzysten.

Knochenersatzmaterial

Aufbereitetes Material, das als Gerüst für neuen körpereigenen Knochen dient. Es wird vor allem bei kleineren Defekten und beim Sinuslift verwendet; grundsätzlich lässt sich jeder Aufbau auch ohne Ersatzmaterial durchführen.

Knochenglättung

Abtragen scharfer Knochenkanten im zahnlosen Kiefer. Sie beseitigt Druckstellen und Schmerzen beim Tragen einer Prothese und gehört zu den kleineren Eingriffen bei Prothesenträgern.

Koronektomie

Teilentfernung eines Weisheitszahns, bei der nur die Krone abgetrennt wird und die Wurzeln im Knochen verbleiben. Sinnvoll, wenn die Wurzeln dem Nerv sehr nahe liegen – eine von mehreren Alternativen, die wir vor jeder Weisheitszahnentfernung prüfen.

Kurze Implantate

Implantate mit reduzierter Länge von etwa sechs bis acht Millimetern für Bereiche mit geringer Knochenhöhe. Sie vermeiden oft einen Knochenaufbau, bieten aber weniger Verankerungsfläche und erfordern eine besonders sorgfältige Planung.

L

Leukoplakie

Weißliche, nicht abwischbare Veränderung der Mundschleimhaut. Sie gilt als mögliche Vorstufe von Mundhöhlenkrebs und sollte immer abgeklärt werden. Die Sicherung der Diagnose durch eine Gewebeprobe steht am Anfang jeder Tumorbehandlung.

Lipom

Gutartige Fettgewebsgeschwulst unter der Haut. Sie wächst langsam und wird bei Beschwerden oder Größenzunahme entfernt – im Gesichtsbereich mit Rücksicht auf ein gutes ästhetisches Ergebnis.

Locatoren (Druckknopfanker)

Einzelne Halteelemente auf jedem Implantat, in die die Prothese einklickt. Sie sind die einfachste und meist günstigste Form, einer wackelnden Prothese festen Halt zu geben.

Lokalanästhesie (örtliche Betäubung)

Betäubung des Operationsgebiets bei vollem Bewusstsein. Der Großteil aller Eingriffe in unserer Praxis ist damit vollständig schmerzfrei durchführbar; auf Wunsch ist fast immer auch eine Behandlung in Narkose möglich.

Lupenbrille

Optisches Vergrößerungssystem für präzises chirurgisches Arbeiten. Für besonders feine Eingriffe wie Wurzelspitzenresektionen nutzen wir zusätzlich ein OP-Mikroskop.

M

Masseterhypertrophie

Verdickung des großen Kaumuskels, oft durch jahrelanges Pressen. Sie verursacht Schmerzen und eine eckige Gesichtsform und ist eine der Situationen, in denen die Behandlung mit Botulinumtoxin besonders sinnvoll ist.

Melanom (schwarzer Hautkrebs)

Bösartiger Tumor der pigmentbildenden Zellen. Er kann früh streuen, weshalb Diagnose und vollständige Entfernung zeitkritisch sind. Im Gesicht übernehmen wir die chirurgische Entfernung und Rekonstruktion.

Membran

Dünne Abdeckung, die Knochenersatzmaterial stabilisiert und schützt. Je nach Ort und Größe des Aufbaus kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz.

Miniimplantate

Implantate mit unter drei Millimetern Durchmesser, meist zur Stabilisierung von Prothesen bei sehr schmalem Knochen. Für stark belastete festsitzende Versorgungen sind sie nur bedingt geeignet – wir beraten Sie zu den Vor- und Nachteilen.

MKG-Chirurg

Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie mit ärztlicher und zahnärztlicher Approbation. Auf beide Studiengänge folgt eine mindestens fünfjährige Facharztweiterbildung. Mehr zum Fachgebiet und zu unserem Team.

MRT (Magnetresonanztomographie)

Strahlungsfreies Schnittbildverfahren, das vor allem Weichgewebe darstellt. Bei Eingriffen an Knochen und Zähnen ist ihm die DVT überlegen; MRT-Aufnahmen verordnen wir meist zur Beurteilung von Tumoren und Kiefergelenken.

Mund-Antrum-Verbindung

Offene Verbindung zwischen Mundhöhle und Kieferhöhle, meist nach Entfernung eines Oberkieferzahns. Sie muss operativ verschlossen werden, um chronische Kieferhöhlenentzündungen zu vermeiden.

Mundbodenvertiefung

Andere Bezeichnung für die Vestibulumplastik – siehe dort.

Mundhöhlenkrebs

Bösartiger Tumor der Mundschleimhaut, meist ein Plattenepithelkarzinom. Warnzeichen sind nicht heilende Wunden oder verhärtete Schleimhautveränderungen. Diagnostik und Therapieplanung erfolgen interdisziplinär – mehr zur Tumorchirurgie der Mundhöhle.

Muttermal entfernen

Operative Entfernung eines Pigmentmals aus medizinischen oder ästhetischen Gründen. Das Gewebe wird anschließend immer feingeweblich untersucht; die Entfernung im Gesicht gehört zu unserer plastisch-rekonstruktiven Chirurgie.

N

Narbenkorrektur

Operative Verbesserung störender oder funktionsbeeinträchtigender Narben im Gesicht. Ziel ist ein möglichst unauffälliger Verlauf entlang der natürlichen Hautlinien – einer unserer plastischen Eingriffe.

O

OPG (Panoramaschichtaufnahme)

Zweidimensionale Übersichtsaufnahme beider Kiefer. Sie ist Standarddiagnostik vor Weisheitszahnentfernungen und unkomplizierten Implantationen; reicht sie nicht aus, ergänzen wir eine dreidimensionale Aufnahme.

Oralchirurg

Zahnarzt mit dreijähriger Weiterbildung in chirurgischer Zahnheilkunde. Im Unterschied zum MKG-Chirurgen fehlt die ärztliche Ausbildung und damit das Gesichts- und Halsspektrum.

Osseointegration

Direkte, belastbare Verbindung zwischen Implantatoberfläche und Kieferknochen. Sie entsteht während der Einheilphase und ist Voraussetzung dafür, dass Implantate dauerhaft halten.

Osteosynthese

Stabilisierung von Knochenbrüchen mit Platten und Schrauben. Sie stellt Form und Funktion des Gesichtsschädels wieder her und ist Teil der Traumatologie.

P

Parodontalchirurgie

Operative Eingriffe bei fortgeschrittener Parodontitis, um Gewebeverlust aufzuhalten oder verlorenes Gewebe aufzubauen. Das Therapiekonzept legen wir gemeinsam mit Ihrer Zahnarztpraxis fest – siehe parodontalchirurgische Eingriffe.

Periimplantitis

Entzündung des Gewebes um ein Implantat mit fortschreitendem Knochenabbau. Gute Mundhygiene und regelmäßige Nachsorge sind der wirksamste Schutz – ein Grund, warum wir Implantate nur nach sorgfältiger Planung setzen.

Perikoronitis

Entzündung des Zahnfleischs über einem nur teilweise durchgebrochenen Zahn, typischerweise am Weisheitszahn. Sie tritt oft wiederkehrend auf und ist einer der häufigsten Gründe für eine Weisheitszahnentfernung.

Piezochirurgie

Ultraschallgestützte Technik, die ausschließlich auf Hartgewebe wirkt. Nerven, Gefäße und Weichgewebe bleiben geschont, was die Heilung verbessert. Wir nutzen sie unter anderem bei Wurzelspitzenresektionen und bei der Knochenentnahme.

Plattenepithelkarzinom

Bösartiger Tumor der Haut oder Mundschleimhaut. Er wird chirurgisch mit Sicherheitsabstand entfernt und feingeweblich kontrolliert – je nach Lokalisation im Rahmen der Hauttumorchirurgie oder der Tumorchirurgie der Mundhöhle.

PRF (Platelet-Rich-Fibrin)

Aus Eigenblut gewonnenes Fibrinkonzentrat mit Wachstumsfaktoren, das die Wundheilung unterstützt. Wir setzen es gezielt bei Knochenaufbauten und Implantationen ein; zur Studienlage und zu den Kosten informieren wir unter PRF und PRP.

Provisorium (Sofortprovisorium)

Vorläufiger Zahnersatz für die Zeit bis zur endgültigen Versorgung. Auf Basis eines Intraoralscans lässt es sich digital planen und in unserem Praxislabor kurzfristig anpassen.

PRP (Platelet-Rich-Plasma)

Ebenfalls aus Eigenblut gewonnenes, blutplättchenreiches Plasma ohne feste Fibrinstruktur. Es setzt Wachstumsfaktoren schneller, aber kürzer frei als PRF und eignet sich eher für oberflächlichere Anwendungen.

R

Retinierter Zahn (verlagerter Zahn)

Zahn, der nicht durchbricht und im Kiefer verbleibt. Je nach Lage wird er entfernt oder für die kieferorthopädische Behandlung freigelegt.

Revision (Wurzelkanalbehandlung)

Erneuerung einer nicht erfolgreichen Wurzelfüllung durch Ihre Zahnarztpraxis. Sie ist die Alternative zur Wurzelspitzenresektion, wenn der Wurzelkanal zugänglich ist.

Rezession (freiliegende Zahnhälse)

Rückgang des Zahnfleischs mit Freilegen der Zahnwurzel. Die Korrektur erfolgt mit Bindegewebs- oder Schleimhauttransplantaten im Rahmen parodontalchirurgischer Eingriffe.

S

Schlotterkamm

Überschüssiges, bewegliches Schleimhautgewebe auf dem zahnlosen Kieferkamm. Es verschlechtert den Prothesenhalt und lässt sich in einem kleinen Eingriff entfernen; dauerhaft stabil wird die Prothese meist erst mit Implantaten.

Sinuslift

Anhebung des Kieferhöhlenbodens, um im seitlichen Oberkiefer Knochenhöhe für Implantate zu schaffen. Die Kieferhöhlenschleimhaut wird vorsichtig abgelöst und der entstehende Raum mit Knochenersatzmaterial gefüllt – mehr dazu und ein Video unter Kieferaufbau.

Sofortbelastung

Versorgung frisch gesetzter Implantate mit Zahnersatz innerhalb weniger Tage. Nur bei ausreichender Primärstabilität und guter Knochenqualität möglich; die Voraussetzungen prüfen wir mit der dreidimensionalen Planung.

Sofortimplantation

Einsetzen eines Implantats unmittelbar nach der Zahnentfernung in dasselbe Zahnfach. Das spart Zeit und kann Knochenabbau reduzieren, setzt aber entzündungsfreie Verhältnisse voraus.

Speichelstein (Sialolithiasis)

Verkalkung im Ausführungsgang einer Speicheldrüse. Typisch sind schmerzhafte Schwellungen beim Essen. Nicht jeder Fall muss operiert werden – zur Diagnostik und Therapie von Speicheldrüsenerkrankungen.

Stegprothese

Prothese, die über einen die Implantate verbindenden Metallbügel gehalten wird. Die Kaukräfte verteilen sich besonders gleichmäßig – eine von drei Varianten für festen Prothesenhalt.

Strahlenbelastung

Menge an Röntgenstrahlung bei einer Aufnahme. Ein DVT liegt deutlich unter der Belastung einer vergleichbaren Computertomographie – ein wesentlicher Grund, warum wir es in der Kieferchirurgie bevorzugen.

T

TADs

Englische Abkürzung für Temporary Anchorage Devices – siehe kieferorthopädische Miniimplantate.

Teilretention

Zustand, bei dem ein Zahn nur teilweise durch das Zahnfleisch bricht. Die schlecht zu reinigende Nische begünstigt Karies und wiederkehrende Entzündungen und ist ein häufiger Grund, Weisheitszähne zu entfernen.

Teleskopprothese (Teleskopkronen)

Halteprinzip aus zwei ineinandergreifenden Hülsen, von denen eine fest auf dem Implantat oder Zahn sitzt. Sie gilt als besonders langlebig – welche Variante für Sie passt, klären wir bei der Beratung zum Prothesenhalt.

Titanimplantat

Implantat aus Titan oder einer Titanlegierung, dem am besten dokumentierten Implantatwerkstoff. Titan ist ausgezeichnet gewebeverträglich und verwächst zuverlässig mit dem Knochen; mehr zu Materialien und Systemen unter Zahnimplantate.

Tränensäcke

Vorwölbung von Fettgewebe am Unterlid. Die Korrektur erfolgt über eine straffende Lidplastik.

Trigeminusneuralgie

Blitzartig einschießende Gesichtsschmerzen im Versorgungsgebiet des Trigeminusnervs. Vor einer Vorstellung bei uns sollten Neurologe und Zahnarzt die Ursache abklären – was wir dafür benötigen, steht unter chronische Gesichtsschmerzen.

U

Überweisung (Behandlungsauftrag)

Schriftlicher Auftrag Ihres Haus- oder Zahnarztes für einen bestimmten Eingriff. Als reine Überweiserpraxis ist sie für uns in der Regel Voraussetzung der Behandlung – Hinweise dazu für zuweisende Kolleginnen und Kollegen und zur Terminvereinbarung.

Unterfütterung

Anpassen der Prothesenbasis an den veränderten Kiefer durch Ihre Zahnarztpraxis. Bei leicht gelockerten Prothesen oft ausreichend; hält die Prothese dauerhaft schlecht, ist die Verankerung auf Implantaten die zuverlässigere Lösung.

V

Vestibulumplastik (Mundbodenvertiefung)

Operative Vertiefung des Mundvorhofs, um einer Prothese mehr Auflagefläche und Halt zu geben. Seit Einführung der Implantologie nur noch selten erforderlich, im Einzelfall aber weiterhin sinnvoll – siehe weitere Eingriffe.

Virtuelle Operationsplanung

Simulation des gesamten Eingriffs am Computer auf Basis von DVT- und Scandaten. Risiken lassen sich vorab erkennen und die Implantatposition exakt festlegen; in komplexen Fällen besprechen wir die Simulation Schritt für Schritt mit Ihnen.

Vollnarkose

Tiefe Betäubung, bei der Sie vollständig schlafen und die Schutzreflexe ausgeschaltet sind. Sie wird von Fachärzten für Anästhesiologie durchgeführt und meist privat berechnet – alle Voraussetzungen unter Behandlung in Narkose.

W

Wachstumsfaktoren

Körpereigene Botenstoffe aus Blutplättchen, die Zellteilung und Geweberegeneration anregen. Sie sind der wirksame Bestandteil von PRF und PRP und werden mit einer speziellen Zentrifuge gewonnen.

Weisheitszahn-OP (Weisheitszahnentfernung)

Chirurgische Entfernung eines oder mehrerer Weisheitszähne, einer der häufigsten Eingriffe der MKG-Chirurgie. Gründe sind Platzmangel, Entzündungen, Karies oder Zysten – entfernt werden muss aber längst nicht jeder Zahn. Wir stellen die Indikation individuell; alles zum Ablauf unter Weisheitszähne.

Wurzelspitzenresektion (WSR)

Entfernung der entzündeten Wurzelspitze samt umgebendem Gewebe zum Erhalt des Zahnes. In mikrochirurgischer Technik liegen die Zehnjahres-Erfolgsraten bei etwa 75 bis 80 Prozent. Häufig ist sie die letzte Chance für einen Zahn – mehr zum chirurgischen Zahnerhalt.

Z

Zahnersatz, festsitzender und herausnehmbarer

Kronen und Brücken sind fest verschraubt oder zementiert, Prothesen lassen sich zur Reinigung entnehmen. Implantate können beide Varianten sicher verankern; angefertigt wird der Zahnersatz immer von Ihrer überweisenden Zahnarztpraxis.

Zahnfreilegung

Chirurgisches Freilegen eines verlagerten Zahns, meist mit Aufkleben eines Brackets. Der Kieferorthopäde zieht den Zahn anschließend in den Zahnbogen ein – siehe Zahnfreilegungen.

Zahntransplantation (Zahnverpflanzung)

Verpflanzung eines eigenen, noch im Wachstum befindlichen Zahns – meist eines Weisheitszahns – in eine Zahnlücke. Nur in ausgewählten Fällen möglich; zur Machbarkeit beraten wir Sie unter Zahnreimplantationen und -transplantationen.

Zahnzusatzversicherung

Private Zusatzversicherung, die je nach Tarif Anteile an Implantaten und Zahnersatz übernimmt. Vor jeder implantologischen Leistung erhalten Sie von uns einen detaillierten Kostenvoranschlag, den Sie dort einreichen können.

Zirkoniumdioxid (Zirkonoxid)

Hochstabile Keramik für Implantate und vollkeramischen Zahnersatz. Sie entsteht durch Oxidation des Metalls Zirkonium und ist daher nicht wirklich „metallfrei“ – warum das so ist, erklären wir unter Zahnimplantate.

Zygoma-Implantat (Jochbeinimplantat)

Besonders langes Implantat, das im Jochbein statt im Oberkiefer verankert wird. Eine Option bei extremem Knochenmangel, aber deutlich aufwendiger als die herkömmliche Implantologie – wir prüfen zunächst immer die Möglichkeiten des Knochenaufbaus.

Zyste

Siehe Kieferzyste sowie Atherom für Zysten der Haut.

Dieses Glossar dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Gerne besprechen wir Ihre Situation individuell – vereinbaren Sie dazu einfach einen Termin in unserer Praxis in Aachen.